Die Avus-Tribüne - Ein historisches Stück Berlin

Die erste Autobahn der Welt: Die AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) ist eine ehemalige Langstrecken-Rennbahn, die heute den nördlichen Teil der Bundesautobahn A115 bildet. Deutschlands legendäre Rennstrecke wurde bereits vor knapp 100 Jahren eröffnet und war damals die schnellste Rennstrecke der Welt. Die berühmte dazugehörige Tribüne in Charlottenburg bei der Ausfahrt Messedamm ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Berlins und geschichtsträchtiges Wahrzeichen. Für viele einer der ersten Eindrücke bei der Einfahrt in Berlin, wird es auch als „Tor zu Berlin“ bezeichnet.

I. Objekt

Gebäudeart: Sonderbau, 2 Geschosse, Offene Tribüne mit Pultdach
Standort:       Messedamm 23, 14055 Berlin-Charlottenburg
Architekten: Fritz Wilms und Walter Bettenstaedt
Baujahr: 1936-37
Nutzung:        1937-99 als Zuschauertribüne
Grundmaße: 240 x 9 m = 2.160 qm, Höhe 9,6 m
Denkmal:      9040497

Halenseestraße 47/51, Verwaltungsgebäude mit Gaststätte und Beobachtungsturm, heute
Raststätte AVUS, 1936 von Walther Bettenstaedt; Umbau 1977 von Gerhard Rainer Rümmler;
Zuschauertribüne, 1936-37 von Fritz Wilms und Walter Bettenstaedt

II. Situation

Die 1921 eröffnete AVUS ist die erste Autobahn der Welt, wurde bis 1999 als Rennstrecke
genutzt und ihr Mythos ist ungebrochen. Ihre Geschichte ist weltbekannt und die Berliner haben
sie ins Herz geschlossen. Der Zustand ist sanierungsbedürftig. Nun sucht die Tribüne nach einer
neuen Nutzung. Hier spannt sich ein interessantes Feld der Mobilität von der Geschichte bis in
die Zukunft auf! Im Jahre 2021 feiert die AVUS ihren 100. Geburtstag.

III. Vorhaben

Die historische Struktur der Tribüne wird erhalten und als wesentlicher Bestandteil des Konzeptes
sichtbar bleiben. Die einhundertjährige Geschichte der Avus wird durch „Alt und Neu“
verdeutlicht, wobei sich die neuen Elemente vom Bestand deutlich absetzen. Behutsame
Eingriffe werden konstruktiv an Stellen vorgenommen, um dem Gebäude eine zukünftige Nutzung
zu ermöglichen, jedoch ohne sein „Gesicht“ zu verlieren.

Baulich wird der Mittelteil im Bereich der Kanzel durch eine dreiseitige Verglasung geschlossen
und zu einem Veranstaltungsbereich ertüchtigt werden. Auf der Tribünenanlage werden gläserne
Boxen zur Präsentation installiert, die gleichsam natürliches Licht in das Erdgeschoss leiten, um
die darunter liegenden Flächen nutzbar zu machen.

Im Erdgeschoss ist ein Nutzungsmix aus Büroflächen, Cafés, Läden sowie ggf. ein Avus Museum
vorgesehen. Großflächige Fensteröffnungen zum Messedamm werden in die vorhandene Struktur
eingepasst und erhöhen die Transparenz zur Messe. Eine mechanische Be- und
Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung versorgen die Nutzflächen mit konditionierter Luft.
Das Tribünendach wird nach historischem Vorbild saniert, wobei die Untersicht mit
Holzbalkenlage und Bretterschalung wieder hergestellt wird. Ein Teil der Tribüne wird nach
original Vorbild restauriert und könnte in geführten Gruppen der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden.

Der Arkadengang zum Messedamm, sowie die Unterdecke der Tribüne werden indirekt und
blendfrei illuminiert um die signifikante Wirkung der Tribüne auch bei Dunkelheit zu
unterstreichen. Im Blick auf die Zukunft ist eine Einbindung der Tribüne im Zuge der
Umgestaltung des Westkreuzes oder auch eine Austragung eines "Formel E" Rennens
wünschenswert. Ein Geschichtsdenkmal und Symbol für die Rennsportgeschichte wird als
das "Tor zu Berlin" markiert.